KELLY RICHARDSON: MARINER 9
Die 12 Meter breite Multimedia-Installation „Mariner 9“ der kanadischen Künstlerin Kelly Richardson bebildert eine düstere Vorstellung vom Planeten Mars.
Eine
von Trümmern und Überresten gespickte Landschaft, wie sie in hundert Jahren aussehen könnte. Ein vermülltes Panorama, voll
mit vor sich hin rostenden, technischen Ruinen, die weit entfernt am Roten Planeten ihr Dasein fristen. Erinnerungen an zahlreiche
Marsmissionen. In ihrem unendlichen Forschungsdrang ist es den Menschen gelungen, nicht nur den eigenen Planeten Erde weithin
zu „verkonsumieren“, zu vermüllen und zu zerstören, sondern auch den Nachbarplaneten Mars.
"Der Künstlerin ist es ein
Anliegen, mit Ihrer Installation den Mars der Zukunft als eine Art warnendes Beispiel für die Art und Weise zu sehen, wie
wir mit unserer Erde umgehen“, erläutert NHM-Generaldirektor Christian Köberl. „Da wir Lebensformen auf der Erde in einer
alarmierenden Rate zerstören, ist es ein fast perverser Widerspruch, Leben auf einem anderen Planeten zu suchen, und dabei
die Überreste unserer - zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon nicht mehr existierenden - Zivilisation dort zurückzulassen".
Trotz des angedeuteten Zustandes der Verlassenheit funktionieren einige der rostenden Raumschiffe und Maschinen in Richardsons
Panorma-Aufnahme noch und erfüllen nach wie vor ihre ursprüngliche Funktion: Sie suchen nach Spuren von Leben und senden Information,
vermutlich jedoch ohne einen Empfänger zu erreichen. Mariner 9 wurde mit einer Software zur Entwicklung von Landschaftsbildern
produziert, wie sie von der Film- und Spiele-Industrie verwendet wird; diese wurde mit Daten von den NASA-Missionen zum Mars
kombiniert, um eine wirklichkeitsnahe, künstlerische Darstellung der Marsoberfläche zu erzeugen - ein Areal im Zentrum eines
Staubsturms, bedeckt von Schutt und Trümmern nach Jahrhunderten der Erforschung durch reale und imaginäre Raumfahrzeuge.