Mineralogie & Petrographie

Wer durch die Ausstellungssäle 1 bis 5 wandert, spürt und erkennt hinter der überwältigenden Vielfalt der dargebotenen Mineralien, Erze, Edelsteine, Gesteine und Meteoriten die waltende Ordnung. Generationen von Kuratoren und Kuratorinnen haben versucht, diese Systematik auf Grundlage der geltenden wissenschaftlichen Forschungsergebnisse aufzubauen. Den einzigartigen Ruf, den die Sammlung weltweit genießt, verdankt sie aber nicht nur den historischen Stücken aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie, sondern vor allem, dass bis heute neue Mineral-, Gesteins- und Meteoritenfunde in diese Sammlung integriert werden.
 

Die Mineralogisch-Petrographische Abteilung ist darüber hinaus aber auch eine wissenschaftliche Forschungsstätte, die mit hochtechnischen Geräten zur Bestimmung und Klassifizierung des Mineralreiches beiträgt. Ausgestattet mit einer Elektronenstrahlmikrosonde, einem Rasterelektronenmikroskop, einer Röntgendiffraktionsanalytik und einem Spektrophotometer, können viele der Meteoriten, Gesteine, Mineralien und Edelsteine im Naturhistorischen Museum analysiert und wissenschaftlich dokumentiert werden.

 

Die Abteilung ist auch Anlaufstelle für Edelstein- und Schmucksteinexpertisen. Neueste Edel- und Schmucksteinmaterialien, sowie die heute sehr zahlreich gewordenen Synthesen und Imitationen werden gesammelt, bestimmt und beschrieben.

 

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: Edelsteinstrauß am NHM Wien
© NHM Wien, C. Potter
: Edelsteinstrauß Detail
© NHM Wien, C. Potter
: Edelsteinstrauß Detail
© NHM Wien, C. Potter
Neu in Saal 4 | 24. April 2026
Nach dem Umbau der Tresorvitrine des Edelsteinstraußes ist der Strauß durch die aktive Überwachung der Luftfeuchtigkeit besser geschützt und erstrahlt in neuem Lichtdesign. Eine temporäre Pop-up-Vitrine im Saal 4 erläutert die spannende Objektgeschichte.
 
Der Edelsteinstrauß in seiner Vase aus Bergkristall besteht aus einem Arrangement von 61 glitzernden Blüten und 12 funkelnden Insekten, die aus insgesamt 2.102 Diamanten und 761 farbigen Edel- und Schmucksteinen gefertigt sind. Die Basis bilden Draht, Seide und Baumwolle, die Pflanzenstiele und -blätter imitieren. Präzise und mit großer Liebe zum Detail wurden aus geschliffenen Edel- und Schmucksteinen der Fantasie entsprungene Blüten sowie eine Reihe an Insektenkörpern samt Flügeln und Fühlern gefasst. Das Ergebnis ist ein 50 Zentimeter großes, einzigartiges Kunstwerk, das nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die Vielfalt einer künstlerisch interpretierten Natur darstellt. Der Überlieferung nach ließ Maria Theresia den Edelsteinstrauß als „kleine Namenstagsüberraschung“ als Geschenk für ihren Gemahl Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen in dessen Mineralienkabinett stellen.

Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins der Museumsfreunde optimieren nun zwei Maßnahmen die Standortbedingungen: Ein frontales Beleuchtungskonzept bringt die Edelsteine bei deutlich reduzierter Lichtintensität zum Funkeln und schont dabei die Textilblätter. Zudem stabilisiert ein Klimagerät die Luftfeuchtigkeit bei etwa 40 Prozent, was die Oxidation an Roststellen vermindert.
 
Dank modernster 3D-Erfassungsmethoden der Wiener Firma geofront e.U. hat der filigrane Edelsteinstrauß die Metamorphose in die Moderne geschafft. In einem detaillierten Modell, das aus rund eintausend hochauflösenden Fotografien aus verschiedenen Winkeln erstellt wurde, können Besucher*innen ab sofort neue Details entdecken. Begleitet wurden der Vitrinenumbau und der 3D-Scan von einem abteilungsübergreifenden Forschungsprojekt des NHM Wien zur Objektgeschichte. Dessen Ergebnisse sowie das 3D-Modell sind von 24. April 2026 bis Anfang 2027 in einer temporären Vitrine in Saal IV zu sehen.

Rahmenprogramm:

Themenführung
Mi, 20. Mai 2026, 17:00 Uhr
Neue Details rund um den Edelsteinstrauß
Victoria Kohn (Abteilung Mineralogie, NHM Wien)

Familienprogramm zum Thema Kristalle und Edelsteine
ab 23. Mai bis Mitte Juni
Mini-Treff ab 3 Jahren
Kids & Co ab 6 Jahren
Open Deck
Zu den Terminen im Mai >>
Zu den Terminen im Juni >>


 





 

Ausgewählte Objekte

Hessitkristalle mit länglichen und teilweise abgerundeten Formen auf einem Rasen aus kleinen Quarzkristallen. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Hessit auf Quarz - Botes bei Zalathna, Siebenbürgen, Rumänien. Größe der Stufe etwa 8 x 3 cm, Inv.-Nr. D 15. Der stark gelängte und teils arrondierte größte Kristall der abgebildeten Stufe ist fast 4 cm lang. Er zählt damit sicher zu den größten Individuen dieser Mineralart und ist somit auch eines der bedeutendsten Stücke dieser Sammlung. Die Hessit-Kristalle (Hessit ist eine Silber-Tellur-Verbindung) sind auf einem Quarzkristallrasen aufgewachsen.
Langer, prismatischer Antimonitkristall mit metallisch glänzender Oberfläche und unregelmäßig abgebrochenen Enden steht auf einem Sockel. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Antimonitkristall (31,5 cm lang) von der Ichinokawa Mine, Shikoku, Japan (II/102). Inv.-Nr. D 239. Die Antimonitkristalle von dieser Mine erreichen enorme Dimensionen - prismatische Kristalle bis zu mehreren Dezimeter Länge existieren.
Bizarr verästelte, weißlich schimmernde Aragonit-Kristalle bilden ein dichtes Geflecht auf einer mineralischen Matrix. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Aragonit ("Eisenblüte") - Erzberg bei Eisenerz, Steiermark. Größe der Stufe 40 x 32 cm, Inv.-Nr. A.a. 7339. Die bizarr verästelte Form des Aragonits zählt zu den attraktivsten Objekten in einer Sammlung. Das Stück stammt vom steirischen Erzberg bei Eisenerz aus Klüften des Spateisensteins (Siderit).
Orangeroter, kristalliner Wulfenit mit glänzender Oberfläche auf dunklem, porösem Gestein. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Wulfenit - Red Cloud Mine, La Paz County (ehemals Yuma Co.), Arizona, USA. Der Kristall mißt 2,7 x 2,2 cm, Inv.-Nr. D 4982.
Rosettenförmig verwachsene, glänzende Hämatitblättchen mit unregelmäßigen Strukturen auf einem mineralischen Träger. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Hämatit - St. Gotthard, Schweiz. Größe der Stufe 9 x 6 cm, Inv.-Nr. A.h. 953. Die Hämatite in den Klüften der Alpen sind nicht selten zu ästhetischen Gruppen verwachsen. Als Besonderheit sind die rosettenförmig verwachsenen Hämatitblättchen bekannt, die auch unter dem Namen ""Eisenrose"" geläufig sind.
Gelblich-orangefarbene Mimetesit-Kristallgruppe aus Johanngeorgenstadt auf dunkler Gesteinsmatrix. (KI-generierter Alt-Text, erstellt mit GPT-4.1-mini)
Mimetesit - Johanngeorgenstadt, Sachsen, Deutschland. Größe der Kristallgruppe: 2,3 x 2 cm, Inv.-Nr. A.c. 998.
  
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