13 Frauen
aus der Geschichte des NHM Wien
Herausgeberinnen: Stefanie Jovanovic-Kruspel, Brigitta Schmid und Andrea Krapf
144 Seiten, Softcover
Erhältlich vor Ort im Museumsshop des NHM Wien, im Buchhandel oder per Direktbestellung per E-Mail an
Vorwort
„Frauen im Museum“ – warum ist das überhaupt und speziell im Naturhistorischen Museum im Jahr 2025 noch Thema?
Das ist wohl deshalb so, weil auch hier in der Geschichte einige Betätigungsbereiche tatsächlich ausschließlich von Männern
ausgeübt wurden – beispielsweise in der Museumsaufsicht oder im handwerklichen Sektor, wie zum Beispiel in der Tischlerei.
Erschreckend fand ich die Überlieferung, dass eine Malerin einen männlichen Namen annehmen musste, um ihr Gemälde hier platzieren
zu können. Und dieses Vorurteil gegenüber kreativen oder wissenschaftlichen Leistungen von Frauen findet sich beispielsweise
immer noch in Studien zur Bewertung von wissenschaftlichen Publikationen – anonymisiert man die Autor*innen, erhöht sich die
Chancen für die Frauen.
In einigen anderen Bereichen des Museums fanden sich bislang wiederum fast ausschließlich Frauen – als Sekretärinnen oder
Assistentinnen. Meiner Wahrnehmung nach profitieren wir, wenn wir – wie eigentlich mittlerweile in allen Abteilungen – gemischte
Teams haben, wo Menschen in den unterschiedlichsten Funktionen arbeiten – als Abteilungsleitungen, in der Präparation, in
der Tischlerei, im Sammlungsmanagement, in der wissenschaftlichen Forschung oder auch in der Geschäftsführung.
Wir wissen um die Macht der Sprache – am Anfang war das Wort – und diskutieren darüber, ob wir „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“
oder „Wissenschaftler*innen“ oder „Wissenschafler_innen“ oder „WissenschaftlerInnen“ oder „Wissenschaftler/innen“ schreiben
und aussprechen. Jedenfalls geht es darum, auch in der visuellen Gedankenwelt Frauen in ihren vielen Rollen und Funktionen
sichtbar zu machen und nicht nur „mitzumeinen“.
Daher habe ich mich sehr über die Initiative von Stefanie Jovanovic-Kruspel, Brigitta Schmid und Andrea Krapf gefreut und
möchte mich auch bei Herrn Walter Fröhlich von der Kunstschule Wien und den Studentinnen für ihre kreativen Zugänge bedanken.
Gerade wir als Evolutionsmuseum sollten nicht vergessen, dass die Aufteilung der lebendigen Welt in verschiedene Geschlechter
gegenüber der vegetativen Vermehrung wahnsinnige Vorteile hatte: Sie hat die Diversität
und damit die Anpassungsfähigkeit von Organismen erhöht und damit nicht nur uns Menschen das Besiedeln der unterschiedlichsten
Lebensräume ermöglicht. Lasst uns uns deshalb an der Vielfalt des Lebens erfreuen und uns gegenseitig in unserer Unterschiedlichkeit
wertschätzen.
Dr. Katrin Vohland
Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des NHM Wien
Zitiervorschlag: Jovanovic-Kruspel, S., Schmid, B. & Krapf, A. (2025): 13 Frauen aus der Geschichte des Museums. – 144 S., Wien (Verlag des
Naturhistorischen Museums Wien)